Drei „Türsteher“ als Tatverdächtige ausgeforscht – Erpressungsserie: Umfangreiche Ermittlungen führt

Drei „Türsteher“ als Tatverdächtige ausgeforscht – Erpressungsserie: Umfangreiche Ermittlungen führt Gralla. – Umfangreiche Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Leibnitz führten zur Aufklärung einer seit längerer Zeit andauernden Erpressungsserie im Umfeld von Nachtlokalen und Veranstaltungen. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen, ein weiterer ist flüchtig. Zahlreiche weitere Opfer werden vermutet.Anfang November 2025 erstatteten zwei Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren Anzeige wegen eines Vorfalls in einem Nachtlokal in Gralla. Laut ihren Angaben seien sie bereits vor dem Zutritt zum Lokal von einer zunächst unbekannten Person angesprochen worden, die ihnen ein in Alufolie verpacktes „Briefchen“ als angebliche Gratisprobe angeboten habe. Nach dem Betreten des Lokals begaben sich die beiden Jugendlichen später in eine Toilettenanlage, um den Inhalt zu betrachten. Dort sollen plötzlich Türsteher den Raum betreten und die Jugendlichen massiv bedrängt haben. Einer der Jugendlichen sei am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt worden. In weiterer Folge hätten die Türsteher die beiden durchsucht und ihnen die Geldtaschen abgenommen. Anschließend begleiteten sie die Jugendlichen zum Ausgang des Lokals.Dort sollen ihnen drei Türsteher massiv drohend erklärt haben, dass im Falle einer Verständigung der Polizei mehrjährige Haftstrafen, der Verlust ihrer Arbeitsplätze sowie hohe Geldstrafen drohen würden. Alternativ forderten sie von beiden Jugendlichen jeweils 3.000 Euro. Da die Jugendlichen diesen Betrag nicht bei sich hatten, sollen sie unter Begleitung eines Türstehers zu einem nahegelegenen Bankomaten gebracht worden sein. Dort hoben sie jeweils 400 Euro ab. Zudem seien sie genötigt worden, den restlichen Betrag per Express-Überweisung unmittelbar neben den Tatverdächtigen zu überweisen. Um den Druck weiter zu erhöhen, filmten die Tatverdächtigen die Jugendlichen mit dem „Päckchen“ und drohten mit Gewalt für den Fall, dass sie den Vorfall jemandem melden würden. Die Anzeige erfolgte erst zwei Tage später, nachdem sich die Jugendlichen ihren Eltern anvertraut hatten.Umfangreiche Ermittlungen der Polizeiinspektion LeibnitzIm Zuge der weiteren Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Leibnitz konnten zahlreiche gleichgelagerte Fälle geklärt werden. Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen mindestens 13 weitere Opfer durch die drei Tatverdächtigen – ein 26-jähriger russischer Staatsbürger, ein 24-jähriger österreichischer Staatsbürger und ein 23-jähriger kosovarischer Staatsangehöriger – unter dem Druck angeblich drohender Haftstrafen und der Ankündigung, andernfalls die Polizei zu verständigen, zur Herausgabe und Überweisung von Geldbeträgen genötigt worden sein.Systematische Erpressungen durch Security-MitarbeiterDie Opfer dürften häufig beim Drogenkonsum in Diskotheken angetroffen worden sein und sich der Situation schutzlos ausgeliefert gesehen haben. In mehreren Fällen soll es auch zu körperlichen Übergriffen gekommen sein. Durch massive Drohungen sollen die Betroffenen eingeschüchtert worden sein, um Bargeld zu übergeben oder Überweisungen zu tätigen.Weitere Vorwürfe und FestnahmenDarüber hinaus werden den Tatverdächtigen ein Raub im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Security-Mitarbeiter im Bereich des Schwarzl Freizeitzentrums sowie mehrere Körperverletzungsdelikte zur Last gelegt. In diesem Zusammenhang wird auch wegen des Verdachts der Nötigung zur Falschaussage gegen Opfer und Zeugen ermittelt.Der 26-jährige russische Staatsbürger sowie der 24-jährige Österreicher wurden am 19. Dezember 2025 festgenommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Der 24-Jährige zeigte sich zu den Vorwürfen umfassend geständig, der 26-Jährige verweigerte die Aussage. Der 23-jährige kosovarische Tatverdächtige dürfte sich derzeit nicht in Österreich aufhalten – seine Festnahme konnte bislang nicht vollzogen werden.Opferaufruf der PolizeiAufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse ist davon auszugehen, dass die Anzahl der tatsächlich betroffenen Opfer deutlich höher liegt als die bislang bekannten Fälle. Personen, die in ähnlicher Weise von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes in Nachtlokalen oder im Umfeld von Veranstaltungsstätten bedroht oder zur Übergabe bzw. Überweisung von Geldbeträgen genötigt wurden, werden ersucht, sich bei der Polizei zu melden. Insbesondere dürften die Tatverdächtigen in Nachtlokalen in Gralla sowie in einer Innenstadtdiskothek in Graz tätig gewesen sein.Hinweise werden von der Polizeiinspektion Leibnitz unter der Telefonnummer 059 133 6160 entgegengenommen.Rückfragehinweis: Büro für Öffentlichkeitsarbeit, 059133/60 1133Presseaussendung vom 05.01.2026, 12:05 UhrReaktionen bitte an die Redaktionzurück

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